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Gesundheitliche Probleme

Infraschall

eine Gefahr für Mensch und Tier, die in Genehmigungsverfahren für Windkraftanlagen nicht berücksichtigt wird.

Infraschall:

Infraschall sind tieffrequente, nicht hörbare Schallwellen (bei großen Windkraftanlagen im Bereich von 0,5 - 10 Hz), die durch Luft und durch das Erdreich über Kilometer transportiert werden. Er entsteht durch die Rotationsbewegung des Rotors, der mit ca. 300 km/h am Turm der Windkraftanlage vorbeistreicht (bei heutigen 4,2 MW Windkraftanlagen mit einer Höhe von 230 m und Umdrehungsgeschwindigkeiten von bis zu 10,6 U/min. Dies ergibt dann eine Frequenz von: (10,6 [U/min]* 3 Rotorblätter / 60 [sec/min] = 0,53 [1/sec] = 0,53 Hz). Dies bedeutet, dass alle 2 sec ein Rotorblatt am Mast vorbeistreicht.

Grenzwerte:

Für Infraschall gibt es bis heute keine rechtlich verbindlichen Grenzwerte, obwohl das Bundesumweltamt (Quelle) dies fordert. Wegen dieser fehlenden Grenzwerte wird Infraschall im Genehmigungsverfahren für WKA nicht berücksichtigt und kann somit auch nicht eingeklagt werden.

Die TA-Lärm (Technische Anleitung Lärm), die für die Genehmigung von WKA eine der Grundlagen ist, geht ausschließlich von hörbarem Lärm (dB(A) Kurve) aus. d.h. je tiefer (niederfrequenter) der Schall ist, desto weniger wird er berücksichtigt.

Bei der Ermittlung des Schalldruckpegels, mit der Einheit dB(A), werden beispielsweise Frequenzen von 100 Hz um 20 dB, und Frequenzen von 10 Hz um ca. 70 dB reduziert. Frequenzen unter 8 Hz werden nicht berücksichtigt.

Zitat aus http://www.sengpielaudio.com/Rechner-dba-spl.htm (Quelle):

    "Eine A-Kurve sorgt immer für "geschönte" Werte, wenn im Signal tiefe Störungen enthalten sind. Ein mit A-Filter gemessenes Motorradgeräusch muss unwahr sein. Das sollte man wissen. Man darf von dB-A-Messungen keine zutreffende Beschreibung der Lautstärke erwarten"

Gesundheitliche Risiken:

Infraschall regen unsere inneren Organe zu Schwingungen an und verursachen Schlafstörungen, Migräne, Tinnitus, Druckgefühle im Kopf, Herzrasen, Angstzustände und vieles mehr.

Das haben sogar Krankenkassen erkannt, die seit 2015 einen eigenen Diagnoseschlüssel für Schwindel durch Infraschall aufführen.

Forscher der Charite‘ Berlin u.a. haben Einwirkungen von Infraschall auf die Hirnaktivität (durch MRT (Magnet-Resonanz-Tomografie)) bildhaft dargestellt. (Quelle)

    "Einer neuen Studie ist es gelungen, die Einwirkung von Infraschall (= IS) auf die Hirnaktivität zum einem bildhaft darzustellen (per MRT = Magnet-Resonanz-Tomographie) und zum anderen auch das bekannte IS-Symptombild ("Windturbinen-Syndrom") auf dieser Grundlage einer Erklärung näherzubringen. Es stellte sich nämlich heraus, dass die Aktivierung von (chronischem) Stress - der als autonomes Reaktionsmuster gewissermaßen das Einfallstor des Infraschalls in das Körpergeschehen darstellt - bei einer Stimulation oberhalb der Hörschwelle nicht in gleicher Weise zustande kam! Diese Studie stellt einen Meilenstein in der Erforschung des rätselhaften Infraschalls dar, der im Zusammenhang mit großen Windkraftindustrieanlagen für ein sich immer weiter verbreitendes Krankheitsbild verantwortlich gemacht wird."

Beweis durch Experiment des australischen Akustiker Steven Cooper (Quelle):

    Er schaltete Windräder an und aus und stellte dabei fest, dass das zeitliche Auftreten von Beschwerden wie Schlaflosigkeit, Druckgefühle im Kopf, im Ohr oder in der Brust, Tinnitus und Herzrasen streng mit den Einschaltperioden des Windrades korrelierte. Kein Sichtkontakt zum Windrad, Herzrasen wurde durch Langzeit-EKG objektiv dokumentiert, der Schwellenwert des Infraschalls lag bei 50 dB.

Infraschall kann Früh- und Fehlgeburten auslösen

Bereits seit Jahren besteht mit der Rahmenrichtlinie 89/391/EWG des Rats der Europäischen Gemeinschaften eine Schutzvorschrift für Schwangere. Es wird empfohlen dass Schwangere keine Tätigkeiten verrichten sollten, die zu starker niederfrequenter Vibration führen können, da sich hierdurch das Risiko einer Fehl- oder Frühgeburt erhöhen kann. (Quelle)

Schon 1972 berichtete die Süddeutsche Zeitung (Quelle):

    "Frankreich entwickelt Massenvernichtungswaffe in Form einer Infraschallpfeife:
    Eine unheimliche Todeswaffe, die Menschen noch in 8 km Entfernung töten kann ….
    .. Eine riesige Pfeife, die mit Pressluft betrieben wird… unhörbar für das menschliche Ohr, aber umso verheerender für den menschlichen Organismus…
    ..Nach dem Test sei in einem weitem Umkreis jedermann stundenlang übel gewesen. "Alles in diesem Menschen, Magen, Herz und Lunge vibrierten…
    ..Die Waffe erzeugt Schallwellen mit 7 Hz

Wie weit entfernt von den Windkraftanlagen ist Infraschall noch feststellbar?

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) veröffentlichte nach 12 Jahren eine Studie (2004-2016): "Der unhörbare Schall von Windkraftanlagen" (Quelle)

Darin schreibt sie unter anderem:

    Infraschall an Windkraftanlagen entsteht durch eine regelmäßige Unterbrechung der winderzeugten Anströmung beim Passieren der einzelnen Rotorblätter am Turm. Dadurch entstehen – meßtechnisch feststellbare - Ausschläge in den Luftdruckaufzeichnungen im (Infraschall-) Bereich von 0.5 – 2 Hz
    Schallemission moderner und großer Windkraftanlagen hat Reichweiten von über 20 km! Diese Entfernung steigt im Falle von Windparks auf ein Vielfaches.

Prof. Dr. Alec Salt (USA) berichtet: "Gegen Infraschall kann man sich nicht schützen." (Quelle)

    "Es ist unabdingbar, die Abstände zur Wohnbebauung ausreichend groß zu halten, so dass auch empfindliche Mitbürger nicht beeinträchtigt werden. Da Infraschall bis zu 50 km weit gemessen werden kann, wird von verantwortungsbewussten Ärzten international ein Sicherheitsabstand von 3 bis 5 km von WKA zur Wohnbebauung gefordert. Um auch empfindliche Menschen zu schützen, fordern viele Mediziner sogar Abstände von 10 km."

Mindestabstände von WKA (Stand 2016)

    Baden - Württemberg = 700 m
    Australien, Schottland, Österreich: 2,0 km
    USA, Frankreich: 2,5 km
    Neuseeland, England: 3,0 km
    Kanada: 4,0 km
    Irland: 10*Höhe; Seit dem 17.11.2014 gilt in Bayern ebenfalls die sogenannte 10*H-Regel (Z.B.: 230 m hohes Windrad: Abstand zu Wohngebiet 2,3 km)

Fazit:

Für Infraschall gibt es keine rechtlich verbindlichen Grenzwerte.

Der Infraschall von Windkraftanlagen stellt ein bekanntes, wissenschaftlich bewiesenes, hohes Risiko für die Gesundheit von Mensch und Tier dar.

Somit dürfte entsprechend Artikel 2, Abs. 2 des Grundgesetztes (Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit) keine Genehmigung für eine Windkraftanlage, ohne entsprechenden Abstand zu bewohnten Gebieten, erteilt werden.

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Lärmprobleme

Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm, weitaus mehr als von den Vorab-Gutachten prognostiziert. Beispiele gibt es einige, in unserer Umgebung unter anderem der Windpark Lauterstein oder der Bürgerwindpark Südliche Ortenau im Schuttertal.

Beim Bürgerwindpark Südliche Ortenau (sieben Windkraftanlagen, je 199 Meter hoch) klagen Anwohner über Lärm, der ihnen nachts den Schlaf und tagsüber die Ruhe raubt. Familie Schätzle wohnt in 1600 bis 1900 Meter Entfernung von den nächsten Anlagen. Auf Nachfrage wurde ihnen im Rahmen des Genehmigungsverfahrens versichert, dass dieser Abstand auf jeden Fall ausreichen würde, um nichts von den Windkraftanlagen zu hören. Diese Aussagen wurden von Seiten des Betreibers durch Gutachten untermauert.

Leider hat die Realität sämtliche Gutachten und Vorab-Beschwichtigungen widerlegt. Im Juni 2016 wurden die Anlagen in Betrieb genommen. Seither klagen mehrere Anwohner, unter ihnen Familie Schätzle, über anhaltenden Lärm, tagsüber und nachts. So schlimm, dass Teile der Familie mittlerweile aufgrund von dauerhaftem Schlafentzug unter gesundheitlichen Problemen leiden. Familie Schätzle ist drauf und dran, die Heimat und ihr Elternhaus verlassen zu müssen, um ihre Gesundheit und vor allem die Gesundheit ihrer Kinder zu retten.

Der Lärm, der von den Windkraftanlagen ausgeht, wurde von Besuchern des Regelsbachtals so beschrieben:

    "Es ist ein Grauen! Wie ein Donnergrollen, was nicht aufhört. Wie ein Flugzeug, was in Dauerschleife über einem kreist. Das Gefühl einer Beklemmung bis in den Bauch. Dazu ein rotes, grelles Dauerblinken mitten durch die Nacht, immer wieder optisch kurz durchbrochen vom Vorbeischlagen der Rotoren, wie Fallbeile. Es geht noch schlimmer, laut Herr Schätzle heute nur 70-80 % des Maximums."

Wie Familie Schätzle geht es mehreren Anwohnern. Die Beschwerden im Schuttertal reichen bis in 3.200 Meter Entfernung von dem Windpark.

Sollten in/um Baden-Baden die geplanten Windkraftanlagen auf dem Wettersberg und auf dem Hummelsberg errichtet werden, wären tausende Menschen von vergleichbaren Problemen betroffen. Denn die Abstände zu den umliegenden Wohnbebauungen sind viel zu gering.

WETTERSBERG

  • Abstand zu Bühlertal: 600 Meter
  • Abstand zu den Grobbachhöfen: 600 Meter
  • Abstand zu Malschbach: 1.200 Meter
  • Abstand zu Neuweier: 1.600 Meter
  • Abstand zur Bühlerhöhe: 1.700 Meter
  • Abstand zu Geroldsau: 1.800 Meter
  • Abstand zur Max Grundig Klink: 2.000 Meter

HUMMELSBERG

  • Abstand zu Schmalbach: 600 Meter
  • Abstand zu Au im Murgtal: 1.200 Meter
  • Abstand zu Weisenbach: 1.500 Meter
  • Abstand zu Gaisbach: 1.700 Meter
  • Abstand zu Langenbrand: 1.700 Meter
  • Abstand zu Bermersbach: 2.000 Meter
  • Abstand zu Oberbeuern: 3.000 Meter

Sowohl die Konzentrationszone Wettersberg als auch der Hummelsberg sind viel zu nah an der Wohnbebauung und daher für eine Windenergienutzung ungeeignet.

Wer den geplanten Flächen am Wettersberg und am Hummelsberg zustimmt bzw. die Planungen weiter vorantreibt, opfert wissentlich die Gesundheit und die Nachtruhe tausender Anwohner!

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Landschaftsschutz

Landschafts-, Natur- und Artenschutz im Stadtwald von Baden-Baden

Die Stadt Baden-Baden war schon immer stolz darauf, dass sie mit einer Waldfläche von fast 7.400 ha die waldreichste Kommune in Baden-Württemberg und eine der waldreichsten Städte Deutschlands ist.

Der größte Teil des Stadtwaldes von Baden-Baden (ca. 90 %) wurde bereits 1981 per Verordnung durch die Höhere Naturschutzbehörde als Landschaftsschutzgebiet (LSG) mit insgesamt ca. 8.500 ha Wald und offener Landschaft ausgewiesen.

Nur nebenbei: Bei der Gründung des Nationalparks hat sich die Stadt von Anfang an aktiv beteiligt und ihm bei der Badener Höhe 430 ha Wald unentgeltlich eingebracht.

Im LSG gibt es mehrere Naturdenkmäler wie die Geroldsauer Wasserfälle und den Kreuzfelsen, wunderschöne Täler und Gipfel wie den Merkur und die Badener Höhe etc., die jedes Jahr eine Vielzahl von Besuchern anziehen.

Im Rahmen des Windenergieerlasses des Landes Baden-Württemberg aus dem Jahre 2012 begann der Regionalverband Mittlerer Oberrhein in den Landkreisen Karlsruhe, Rastatt und im Stadtkreis Baden-Baden im Verbund von 30 Städten und Gemeinden Gebiete zu suchen, auf denen Windkraftanlagen (WKA) errichtet werden könnten. Damit sollte eine Verspargelung der Landschaft verhindert werden.

Im ganzen Bereich dieser 30 Städte und Gemeinden blieben aber nur zwei Gebiete übrig, in denen angeblich "substantieller Raum" für WKA gefunden wurde, sogenannte Konzentrationszonen, in denen ausschließlich WKA im Außenbereich gebaut werden dürften:

der Wettersberg und der Hummelsberg,

obwohl eine Umweltverträglichkeitsprüfung ein sehr bedenkliches Ergebnis brachte und erhebliche Fragen offen ließ.

Konsequenzen für das Landschaftsschutzgebiet

Die Fläche dieser zwei Konzentrationszonen beträgt 329 ha, das entspricht der Fläche von fast 500 Fußballfeldern. Von der Fläche am Wettersberg mit insgesamt 199 ha liegt der überwiegende Teil mit 125 ha auf der Gemarkung Baden-Baden. 74 ha, im direkten Blickfeld der Bühlerhöhe und von Bühlertal gelegen, gehören zur Stadt Bühl.

Und nun das absolut Unverständliche:

Von den 125 ha, die zur Stadt Baden-Baden gehören, liegen 83 ha (diese Fläche entspricht ca. 120 Fußballfeldern) im Landschafts-Schutzgebiet (LSG), das geopfert werden soll für WKA im seit Jahrhunderten unversehrten Stadtwald (wenn man vom Bau der Schwarzwaldhochstraße einmal absieht).

Dadurch würde eine zusammenhängende, durch Jahrhunderte hindurch geprägte Kulturlandschaft durch den Bau von technisch möglichen 13 - 15 WKA zerstört. Insbesondere befinden sich nicht nur in diesem LSG, sondern auf der gesamten vorgesehenen Fläche (also auch außerhalb des LSG) zahlreiche Feuchtbiotope, Bachläufe mit Quellbereichen und herausragende Felsformationen, die durch den 33 des NatSchGesetzes ohnehin schon sehr hohen Schutz genießen.

Dadurch müssten auf einer Fläche von ca. 170 - 200.000 qm je nach Altersstruktur des Baumbestandes 10 - 15.000 Bäume gefällt und bis zu 7.000 qm Boden (das entspricht der Fläche von 6 Olympia-Schwimmbecken) für immer metertief mit Beton versiegelt werden.

Dadurch würde ein für den Schwarzwald typisches Landschaftsbild nicht mehr existieren, das Naherholungsgebiet seinen Reiz verlieren mit negativen Auswirkungen auf den Tourismus und die Hotellerie, nicht nur, aber insbesondere in Baden-Baden,

Die WKA am Wettersberg – sofern sie kommen würden, was wir alle nicht hoffen, befänden sich dann nur wenige 100 m von der Grenze zum Nationalpark entfernt!

Weiter: Das LSG ist Teil des Naturparks Schwarzwald-Mitte-Nord, grenzt an Fauna-Flora-Habitat-Gebiete mit geschützten Arten wie Roter Milan, Kolkrabe, Bussard, Falke, Uhu, Waldschnepfe, Fledermäuse u.v.a.

In diesem Bereich haben wir überhaupt die höchste Dichte an Schutzgebieten (Nationalpark, Naturpark, Naturschutz-, Vogelschutz- und Landschaftsschutz-gebiete) in ganz Baden-Württemberg.

Fazit:

Keine Teilaufhebung des Landschaftsschutzgebietes im Stadtwald von Baden-Baden.

Keine Zustimmung zum Teilflächennutzungsplan.

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Schutz der Gebirgsquellen im Stadtwald von Baden-Baden

Bei der Umweltverträglichkeitsprüfung im Rahmen der Erstellung des Teilflächennutzungsplans wurde auch eine evtl. Gefährdung des Schutzgutes Wasser durch WKA in den beiden Konzentrationszonen Wettersberg und Hummelsberg untersucht. Dort befinden sich zahlreiche Quellen und Bäche. Ein großer Teil der tiefer liegenden Flächen (Steinbachtal, Lochmatten) ist bereits Wasserschutzgebiet!

Unverständlicherweise ergab diese Prüfung, dass von WKA angeblich keine Gefahr für diese Quellen und Bachläufe ausgehen würde. Obwohl sich hunderte Liter hochgiftiger Öle selbst in getriebelosen WKA befinden. Diese hochgiftigen Öle könnten bei Unfällen (Brand, Sturmschäden u.ä.) austreten, unkontrolliert ins Erdreich eindringen und das Quellwasser verseuchen.

Besonderes Augenmerk sollte man in diesem Zusammenhang auch auf die Kontaminierung des Grundwassers in der Rheinebene durch PFC richten. Es ist nicht auszuschließen, dass betroffene Gemeinden in Zukunft mit Trinkwasser aus diesen Gebieten versorgt werden müssen.

Fazit:

Zum Schutz der Trinkwasserversorgung darf es zu keiner Errichtung von WKA im Stadtwald kommen.

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Weltkulturerbe

UNESCO-Weltkulturerbebewerbung

Bereits im Jahre 2007 hat der Gemeinderat der Stadt Baden-Baden vor dem Hintergrund des bedeutenden materiellen und immateriellen historischen Erbes den Grundsatzbeschluss für eine Bewerbung der Stadt um Anerkennung als UNESCO- Weltkulturerbe gefasst. Laut UNESCO-Bestimmungen ist aber nur eine serielle Bewerbung mit anderen europäischen Weltbadeorten zusammen möglich. Die ursprüngliche Zahl von 17 Bewerberinnen hat sich zwar auf 11 reduziert, aber von diesen 11 Bewerberinnen darf keine einzige bei der Prüfung durchfallen, denn sonst fallen alle Städte gemeinsam aus der Anerkennung heraus.

Die "Great Spas of Europe" sind Kurstädte Mitteleuropas mit herausragender Bedeutung. Sie entwickelten eine Frühform des modernen Tourismus. Alle Städte haben eine besondere Ausformung von Kurstadtstruktur und Architektur. Zudem haben sie eine besondere Bedeutung für den gesellschaftlichen Wandel des 19. Jahrhunderts in Politik, Gesellschaft und Kultur sowie eine besondere medizinhistorische Bedeutung.

Geschmückt mit dem Titel "UNESCO-Weltkulturerbe" sehen der Gemeinderat und die Verwaltung beste Möglichkeiten, dem Tourismus langfristig positive Anreize zu geben.

Auch das Land Baden-Württemberg sieht diese Entwicklung. So wurden die Bemühungen der Stadt von Anfang an intensiv begleitet, sowohl vom federführenden Landesdenkmalamt als auch von der IHK Karlsruhe. Inzwischen sind die Bemühungen soweit fortgeschritten, dass schon im Herbst 2017 eine gemeinsame Vorprüfung beantragt werden kann, mit der Option auf evtl. notwendige Nachbesserungen.

Wie unsere Recherchen ergeben haben, scheint dem Antrag der Stadt Baden-Baden ein großes und wesentliches Hindernis im Wege zu stehen. Die UNESCO verlangt – so die Aussage des Vertreters des Landesdenkmalamtes – von der antragstellenden Stadt eine "Bewahrung der visuellen Integrität", d.h.

  • Sicherung wichtiger Blickbeziehungen von ausgewählten Standorten (historische Quellen)
  • von der Kurstadt in die Landschaft (z.B. vom Neuen Schloss)
  • von gewählten Standorten in der Landschaft über das Schutzgut hinweg in die Landschaft (z.B. vom Alten Schloss u.v.a.)
  • Erhalt der prägenden Landschaftskulisse als wichtiger Bestandteil der Kurstadt des 19. Jahrhunderts.

Die geplanten Windkraftanlagen würden bei der Genehmigung des Teilflächennutzungsplans am Wettersberg und am Hummelsberg die historische Landschaftskulisse und die charakteristischen Baden-Badener Blickbeziehungen nachhaltig zerstören.

Die von einem Fachmann erstellten, maßstabsgetreuen Fotosimulationen der geplanten Windkraftstandorte von Blickpunkten aus der Kernzone heraus unterstreichen dies eindrucksvoll.

Weltkulturerbe Weltkulturerbe Weltkulturerbe

Dass diese durch Windkraftanlagen herbeigeführte Beeinträchtigung der historischen Sichtachsen ein K.-o.-Kriterium für die Bewerbung als UNESCO-Weltkulturerbestätte ist, zeigen die Erfahrungen der Stadt Wiesbaden sowie zahlreicher anderer Weltkulturerbestätten wie z.B. "Oberes Mittelrheintal", "Dessau-Görlitzer Gartenreich", "Wartburg", "Lübecker Altstadt", "Kölner Dom", "Wattenmeer", "Dresdner Elbtal", der Weltkulturerbe-Nominierungsantrag "Albhöhlen" und das Denkmal "Schloss Lichtenstein".

Übrigens: Neben dem sehr ausgeprägten (rund 8.500 ha) Landschaftsschutzgebiet auf der Gemarkung Baden-Baden ist das gesamte Gebiet des alten Stadtkreises Baden-Baden seit den 1960er Jahren "Thermalquellenschutzgebiet"!

Zusammengefasst: Hier geht es um Abwägung,

auf der einen Seite den Titel und Status "UNESCO-Weltkulturerbe" mit der positiven Auswirkung auf die langfristige Entwicklung der Stadt zu erhalten

auf der anderen Seite wirtschaftlich fragwürdige WKA zu errichten, damit ein kulturell wichtiges Landschaftsbild zu zerstören und auf das Welterbe zu verzichten.

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Gefährdung Max Grundig Klinik

Sollte es zu einem Bau von Windkraftanlagen auf dem Wettersberg kommen, wäre die renommierte und über die Landesgrenzen hinaus bekannte Max Grundig Klinik in ihrer Existenz bedroht.

Die einzigartige Lage der Max Grundig Klinik, mitten in unberührter Natur, würde für ein wirtschaftlich sinnloses Projekt zerstört. Ein wichtiger Wettbewerbsvorteil wäre für immer verloren. Denn Patienten, insbesondere Patienten der Psychosomatik, können sehr empfindlich auf die Nähe zu Windkraftanlagen reagieren - und würden sich für eine andere Klinik entscheiden.

Ersichtlich wird das in den zunehmend kritischen Diskussionen über die gesundheitlichen Risiken in der Nähe von Windkraftanlagen, die sowohl von Medizinern als auch von potenziellen Patienten geführt werden.

Die Max Grundig Stiftung hat nicht das primäre Ziel, möglichst hohe Renditen zu erzielen. Vielmehr geht es um die Ermöglichung eines wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs bei einer hohen Behandlungsqualität der Patienten. Hierbei hat die Max Grundig Klinik in den letzten Jahren große Fortschritte erzielt.

Die Max Grundig Stiftung hat mehrere Millionen Euro in die Max Grundig Klinik investiert und diese über Jahrzehnte subventioniert. Dazu ist die Stiftung nicht mehr bereit. Die Max Grundig Klinik muss sich wirtschaftlich aus eigener Kraft tragen.

Sollten sich aufgrund des benachbarten Windparks monatlich nur drei bis vier Patienten weniger für die Max Grundig Klinik entscheiden, so wäre die wirtschaftliche Grundlage der Max Grundig Klinik massiv gefährdet.

Denn vier Patienten der Psychosomatik mit einem durchschnittlichen Fallerlös in Höhe von 12.000 Euro würden Umsatzeinbußen in Höhe von 48.000 Euro pro Monat und 572.000 Euro pro Jahr bedeuten. Bei dem vorherrschend hohen Fixkostenanteil in Kliniken wäre es nicht mehr möglich, diesen Verlust zu kompensieren und die Max Grundig Klinik wirtschaftlich zu betreiben. Eine Schließung der Klinik wäre die Folge.

Dies würde den Verlust von 150 Arbeitsplätzen innerhalb der Klinik sowie die Beendigung zahlreicher Partnerschaften mit regionalen Lieferanten und Partnern nach sich ziehen.

Max Grundig Klinik Max Grundig Klinik Max Grundig Klinik

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